gleichzeitig die Drehbewegung des Rotors zu untersetzen und gleichzurichten. Sie erlauben eine flache,
übersichtliche Bauweise mit kleinem Reduktionsgetriebe. Nachteilig ist, daß zwei wirksame Winkellagen
zwei unwirksamen Winkellagen gegenüber liegen. Durch eine herzförmige Ausbildung des Exzenters und
durch Verlegen der günstigen Aufzugslagen in Positionen, in der die Uhr hauptsächlich getragen wird,
läßt sich dieser Mangel mildern. Außerdem erhält der Rotor bei Impulsen in den ungünstigen Lagen eine
gewisse Energie, die er beim Durchlaufen der günstigen Aufzugslagen wieder abgibt. Der Nachteil wirkt
sich aber voll bei langsamen Bewegungen aus.
Die technisch vollkommensten, aber auch aufwendigsten Konstruktionen von
Drehsinnwandlern sind die Konstruktionen mit Formschluß.
Bei formschlüssiger Bauweise sind alle Räder im Eingriff, es gibt keinerlei Sperrklinken oder Federn an
den Rädern. Anstelle des Wechslers sind zwei formschlüssig arbeitende Freilaufkupplungen angeordnet.
Sie arbeiten ohne störende Geräusche meist mit Kugeln, Klinken oder Stiften und haben einen sehr
kleinen toten Winkel. Durch die gegensinnige Anordnung der Freilaufkupplungen wird ein Ablaufen des
Getriebes verhindert.
Die Reduktionsgetriebe selbst sind meist Getriebe mit sehr hohen Übersetzungen, etwa 1:150 bis
1:250 vom Rotor bis zum Sperrad. Sie sollten mit möglichst wenig Verlusten die am Rotor anfallende
Energie zum Federhaus der Uhr weiterleiten.
Die Schleppfeder (Rutschkupplung), die das Drehmoment der Uhr bei Vollaufzug konstant halten und
gleichzeitig eine Überbeanspruchung der Zugfeder verhindern soll, ist das am ganzen Automatikaufzug
am stärksten durch Verschleiß gefährdete Bauteil und verursacht bei der Wartung der Automatik die
größten Schwierigkeiten.
Hält die Schleppfeder z. B. 3 Mill. Gleitvorgänge aus, so würde sie bei der Produktion einer 4 fachen
täglichen Gangreserve etwa 15 Jahre halten.
Um den Wirkungsgrad des gesamten automatischen Aufzugs beurteilen zu können, messen wir den
Wirkungsgrad des Reduziergetriebes mit Wechsler von der Rotorachse an bis zum Federhaus bei
abgenommenem Rotor.
Anschließend messen wir mit derselben
Versuchsanordnung die potentielle
Energie die der Rotor bei einer halben
Umdrehung speichert. Die Meßmethode
ist aus Abb. 5 zu ersehen. Mit einer
Meßfeder wird das aus der Uhr
ausgebaute Reduktionsgetriebe
angetrieben. Die durch die Antriebskraft
verursachte Auslenkung der Meßfeder
wird von den induktiven Wegaufnehmern
gemessen und über eine
Verstärkermeßbrücke in einem
schreibenden Gerät zur Anzeige gebracht.
Man erhält dadurch das durch
Verzahnungseinflüsse um einen
Mittelwert schwankende Drehmoment
am Rotor. Durch Vergleiche mit dem am
Federhaus aufgebrachten Drehmoment
erhält man den Wirkungsgrad des
Reduktionsgetriebes. Der mittlere
Wirkungsgrad hängt von der Verzahnung
und der Aufzugsgeschwindigkeit des
Reduktionsgetriebes ab. Er liegt im
allgemeinen bei etwa 65 bis 75% mit
überlagerten Schwankungen von + 20%
die von Verzahnungseinflüssen bei den
verschiedenen Eingriffen herrühren. Die
bei der Drehung eines Rotors um 180º
nutzbare Energie beträgt bei günstig
verteilter Rotormasse etwa 50 mmp bei
einem Rotorgewicht von 3 g.
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Abb. 5